{"id":233,"date":"2026-03-12T12:22:01","date_gmt":"2026-03-12T11:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/hepftig-menschlich.de\/?p=233"},"modified":"2026-03-15T18:17:31","modified_gmt":"2026-03-15T17:17:31","slug":"frag-einen-hep-h-der-auf-einer-offenen-wohngruppe-arbeitet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hepftig-menschlich.de\/de_es\/2026\/03\/12\/frag-einen-hep-h-der-auf-einer-offenen-wohngruppe-arbeitet\/","title":{"rendered":"Frag einen HEP-H, der auf einer offenen Wohngruppe arbeitet"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Magst du dich einmal kurz vorstellen?<\/strong><br>Mein Name ist Florian, ich bin 28 Jahre alt und befinde mich derzeit in der Ausbildung zum<br>Heilerziehungspfleger. Parallel dazu arbeite ich in einer Einrichtung der Behindertenhilfe auf einer<br>Au\u00dfenwohngruppe, in der ich Menschen mit Behinderung im Alltag begleite und unterst\u00fctze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Was genau ist eine Au\u00dfenwohngruppe?<\/strong><br>Eine Au\u00dfenwohngruppe ist eine eigenst\u00e4ndige Wohnform, in der die Bewohnerinnen und<br>Bewohner ihren Alltag weitgehend selbstst\u00e4ndig gestalten. Das bedeutet, dass allt\u00e4gliche<br>Aufgaben wie Eink\u00e4ufe, Putzdienste und andere hauswirtschaftliche T\u00e4tigkeiten entweder<br>eigenst\u00e4ndig oder in Begleitung einer Betreuer:in durchgef\u00fchrt werden. Auch die<br>Freizeitgestaltung wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst organisiert. Meine Rolle als<br>Betreuer besteht darin, eine verl\u00e4ssliche Unterst\u00fctzung im Alltag zu sein \u2013 ein Ansprechpartner, an<br>den sich die Betreuten jederzeit wenden k\u00f6nnen, wenn sie Hilfe ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?<\/strong><br>Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und kein Tag gleicht dem anderen. Wir arbeiten in<br>verschiedenen Dienstformen: Der Fr\u00fchdienst geht von 6:30 bis 9:00 Uhr, der Teildienst umfasst<br>die Zeitr\u00e4ume von 9:00 bis 12:00 Uhr und nochmals von 15:30 bis 21:30 Uhr, und der Sp\u00e4tdienst<br>dauert von 15:30 bis 21:30 Uhr.<br>Unabh\u00e4ngig von der Dienstform beginnt der Arbeitstag in der Regel mit dem ersten Kontakt zu<br>den Betreuten. Die Stunde zuvor, dient der Organisation. Es geht darum, die aktuelle Lage<br>einzusch\u00e4tzen: Wie geht es den Bewohnerinnen und Bewohnern? Was steht heute an? Muss<br>etwas Bestimmtes erledigt werden? In erster Linie ist man als Betreuer pr\u00e4sent, kn\u00fcpft Kontakt,<br>reflektiert gemeinsam den vergangenen Tag oder plant den bevorstehenden. Morgens geh\u00f6rt<br>auch die Begleitung der Bewohner zum Bus, wenn sie zur Arbeit fahren, zum Alltag.<br>Dar\u00fcber hinaus stehen regelm\u00e4\u00dfig Wocheneink\u00e4ufe und Arztfahrten an. Ein wesentlicher<br>Bestandteil meiner Arbeit ist au\u00dferdem die Freizeitgestaltung sowie die seelsorgerische<br>Begleitung \u2013 also das Dasein in emotional schwierigen Momenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Habt ihr auch einen Nachtdienst?<\/strong><br>Einen regul\u00e4ren Nachtdienst gibt es bei uns nicht, da in unserer Gruppe kein entsprechender<br>Bedarf besteht. Es gibt jedoch Au\u00dfenwohngruppen, in denen ein Nachtdienst vorgesehen ist. Bei<br>uns kann bei einem krankheitsbedingten Bedarf \u2013 beispielsweise bei hohem Fieber \u2013 ein externer<br>Nachtdienst hinzugezogen werden, aber das kommt nur selten vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Welche Zielgruppe betreust du?<\/strong><br>In meiner Wohngruppe betreue ich zehn Menschen im Alter von 27 bis 53 Jahren. Es sind<br>allesamt sehr offene, herzliche und selbstbestimmte Pers\u00f6nlichkeiten, die ihren Alltag<br>weitestgehend eigenst\u00e4ndig erleben und gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Welche Rolle spielen Selbstst\u00e4ndigkeit und Selbstwirksamkeit bei deinen Betreuten?<\/strong><br>Selbstst\u00e4ndigkeit und Selbstwirksamkeit spielen eine zentrale Rolle und sind als Konzept fest in<br>der Arbeit unserer Wohngruppe verankert. Unser erkl\u00e4rtes Ziel ist es, beides gezielt zu f\u00f6rdern.<br>Der gesamte Arbeitsalltag ist danach ausgerichtet.<br>Ein konkretes Beispiel: Jede Bewohnerin und jeder Bewohner w\u00e4scht selbstst\u00e4ndig die eigene<br>W\u00e4sche. Dabei wird auch die Selbstbestimmung respektiert \u2013 wenn heute einfach nicht der<br>richtige Tag daf\u00fcr ist, kann die W\u00e4sche in Absprache mit den Mitbewohnern verschoben werden.<br>Dieses Prinzip zieht sich durch den gesamten Alltag: Wir bieten Unterst\u00fctzung an, wo sie<br>gebraucht wird, aber grunds\u00e4tzlich sollen die Betreuten ihren Alltag so weit wie m\u00f6glich<br>eigenst\u00e4ndig organisieren und bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wie f\u00f6rderst du die Teilhabe deiner Betreuten am gesellschaftlichen Leben?<\/strong><br>Die F\u00f6rderung gesellschaftlicher Teilhabe findet auf vielf\u00e4ltige Weise statt. Viele Betreute haben<br>Hobbys, f\u00fcr die wir gemeinsam Termine organisieren. Wir unternehmen zusammen<br>Abendausfl\u00fcge, besuchen inklusive Diskotheken und planen gemeinsame Ausfl\u00fcge.<br>Die Planung erfolgt partizipativ: Vor dem Wochenende setzen wir uns zusammen und besprechen,<br>was ansteht. Dabei kommen zwar auch Anregungen von uns Betreuern, aber die meisten Ideen<br>stammen von den Betreuten selbst. Auf dieser Grundlage wird die gesellschaftliche Teilhabe aktiv<br>gestaltet \u2013 immer orientiert an den W\u00fcnschen und Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Was hat dich dazu motiviert, Heilerziehungspfleger zu werden?<\/strong><br>Vor der Heilerziehungspflege habe ich bereits eine Ausbildung zum Kinderpfleger absolviert. F\u00fcr<br>mich war schon immer klar, dass ich entweder etwas Handwerkliches machen oder mit Menschen<br>arbeiten m\u00f6chte \u2013 ein B\u00fcrojob w\u00e4re mir auf Dauer zu eint\u00f6nig gewesen.<br>In der Kinderpflege habe ich jedoch schnell gemerkt, dass ich mir die Arbeit mit kleinen Kindern<br>nicht so zugetraut habe, wie ich es mir gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Daraufhin bin ich auf Reisen gegangen,<br>habe die Welt erkundet und dabei festgestellt, dass ich gut mit Menschen aller Hintergr\u00fcnde und<br>Lebenssituationen umgehen kann. Ich habe mit vielen verschiedenen Menschen gesprochen und<br>mir gedacht: <em>Das ist es \u2013 ich m\u00f6chte mit Menschen arbeiten.<\/em> Mein urspr\u00fcnglicher Wunsch war<br>es, Streetworker zu werden. \u00dcber Umwege bin ich dann aber zur Heilerziehungspflege gekommen<br>und bin bis heute sehr dankbar, dass sich dieser berufliche Weg f\u00fcr mich er\u00f6ffnet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Und wie bist du speziell in den offenen Bereich gekommen?<\/strong><br>Das war tats\u00e4chlich kein gezielter Wunsch, sondern hat sich ergeben. Meine Mutter hat mir eine<br>Stellenausschreibung gezeigt \u2013 und genau das war der Bereich, in dem ich jetzt seit drei Jahren<br>arbeite. Ich f\u00fchle mich dort sehr wohl und m\u00f6chte, wenn es m\u00f6glich ist, langfristig im offenen<br>Bereich bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Was gef\u00e4llt dir besonders an deinem Job?<\/strong><br>Am sch\u00f6nsten finde ich, dass die Arbeit sehr famili\u00e4r ist. Es ist nicht so, dass ich streng<br>vorschreiben muss, wie etwas auszusehen hat. Vielmehr handelt es sich um ein flexibles System,<br>in dem man viel voneinander lernen und gemeinsam wachsen kann. Die Arbeit ist unglaublich<br>abwechslungsreich.<br>Ich arbeite mit zehn wunderbaren Menschen zusammen, die mir auch pers\u00f6nlich sehr viel geben.<br>Zwischen uns entwickelt sich eine echte zwischenmenschliche Bindung \u2013 und genau das macht<br>es zu einer ehrlichen, erf\u00fcllenden Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Gab es einen besonderen Moment, in dem du wusstest, dass das der richtige Beruf f\u00fcr dich ist?<\/strong><br>Ja, den gab es \u2013 und zwar bereits in meiner ersten Arbeitswoche. Wir sa\u00dfen abends gemeinsam<br>vor dem Fernseher, die ganze Gruppe, ein Arbeitskollege und ich. Wir schauten die Serie<br><em>Dahoam is Dahoam<\/em>. In einer Szene fragte eine junge Frau einen jungen Mann, ob sie sich zu ihm<br>legen und kuscheln d\u00fcrfe, weil es so kalt sei. Daraufhin fragte einer unserer Betreuten meinen<br>Kollegen ganz spontan, ob er auch zum Kuscheln kommen d\u00fcrfe \u2013 weil es eben so kalt sei. Alle<br>mussten lachen, und in diesem Moment wusste ich: <em>Das ist es. Genau hier bin ich richtig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Welche pflegerischen bzw. medizinischen Aufgaben geh\u00f6ren zu deiner Arbeit?<\/strong><br>Der pflegerische Anteil ist in unserer Au\u00dfenwohngruppe vergleichsweise gering. Zu meinen<br>Aufgaben geh\u00f6rt das Stellen der Medikamente sowie die Kontrolle, dass alles korrekt<br>eingenommen wird. Wir haben in der Gruppe niemanden mit einem hohen Pflegebedarf, etwa<br>durch einen Dekubitus oder \u00c4hnliches.<br>Die pflegerische Arbeit besteht bei uns eher darin, bei der eigenst\u00e4ndigen K\u00f6rperpflege zu<br>unterst\u00fctzen und genau hinzuschauen: Wurde der Bart ordentlich gestutzt? Wurden die Haare<br>richtig gewaschen und gef\u00f6hnt, bevor es ins kalte Wetter hinausgeht?<br>Dar\u00fcber hinaus geh\u00f6ren Arztfahrten und die damit verbundene Organisation zu meinen Aufgaben \u2013 also das Verwalten medizinisch relevanter Dokumente und die Koordination rund um \u00e4rztliche<br>Termine. Das ist ein nicht unerheblicher Teil der t\u00e4glichen Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Welche Bedeutung hat Beziehungsgestaltung in deinem Arbeitsalltag?<\/strong><br>Beziehungsgestaltung ist einer der zentralen Aspekte meiner Arbeit. Meine Betreuten durchleben \u2013 wie jeder andere Mensch auch \u2013 Krisensituationen, und manchmal k\u00f6nnen sie mit diesen<br>besser, manchmal weniger gut umgehen. Das k\u00f6nnen Todesf\u00e4lle sein oder andere einschneidende<br>Erlebnisse, die ich begleiten darf.<br>Ohne eine tragf\u00e4hige Beziehung zu diesen Menschen k\u00f6nnte ich sie in solchen Momenten nicht<br>ann\u00e4hernd so gut auffangen und begleiten. Die Beziehung schafft eine Vertrauensbasis, die f\u00fcr die<br>gesamte Zusammenarbeit essenziell ist. Professionelle Beziehungsgestaltung bedeutet in diesem<br>Kontext: Da sein, Vertrauen aufbauen und eine verl\u00e4ssliche Grundlage schaffen, auf der<br>Unterst\u00fctzung wirksam werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><br>Wie gehst du mit herausforderndem Verhalten um?<\/strong><br>Das ist sehr individuell. Ich glaube, man muss mit der Zeit lernen, mit wem man es zu tun hat und<br>wie die einzelnen Personen in bestimmten Situationen reagieren. Mein Ansatz ist es, die Person<br>dort abzuholen, wo sie gerade steht \u2013 beruhigend zu wirken, einfach da zu sein und der Person zu<br>zeigen: <em>Du bist in Ordnung, so wie du bist, und diese Situation darf auch sein.<\/em><br>Dann versuche ich, behutsam anzusetzen und \u2013 sofern die Person es auch m\u00f6chte \u2013 positiv auf<br>die Situation einzuwirken. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: Manchmal hilft es, die Person<br>einfach in den Arm zu nehmen, manchmal ist ein offenes Gespr\u00e4ch das Richtige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wie wichtig ist Teamarbeit in deiner Arbeit?<\/strong><br>Teamarbeit ist essenziell. Wenn ich in den Dienst komme und keine \u00dcbergabe stattgefunden hat,<br>kann es passieren, dass eine Situation eintritt, auf die ich anders h\u00e4tte reagieren k\u00f6nnen, wenn ich<br>zuvor informiert worden w\u00e4re.<br>Die \u00dcbergaben finden bei uns gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcber ein digitales System statt \u2013 pers\u00f6nliche<br>\u00dcbergaben sind in unserem Bereich eher selten, in anderen Arbeitsbereichen sieht das anders<br>aus. Zus\u00e4tzlich nutzen wir die Signal-App, um uns bei Bedarf schnell untereinander austauschen<br>zu k\u00f6nnen. Im Alltag besteht die Teamarbeit vor allem darin, Dokumentationen zu lesen und sich<br>auf dem Laufenden zu halten, was aktuell notiert wurde. Au\u00dferdem finden regelm\u00e4\u00dfige<br>Gruppengespr\u00e4che im Team statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wie werden Entscheidungen im Team getroffen?<\/strong><br>Die Entscheidungsfindung h\u00e4ngt vom Ausma\u00df der jeweiligen Angelegenheit ab. Wenn ein<br>Bewohner oder eine Bewohnerin einen konkreten Wunsch hat, kann dieser h\u00e4ufig direkt mit der<br>zust\u00e4ndigen Bezugsbetreuung umgesetzt werden.<br>Bei gr\u00f6\u00dferen Themen oder wenn Unsicherheiten bestehen, nutzen wir unser w\u00f6chentliches<br>Teamgespr\u00e4ch. Dort setzen wir uns zusammen und schauen: Was sind die aktuellen To-dos? Was<br>steht an? Wie wollen wir einheitlich damit umgehen? Es ist uns wichtig, dass wirklich jedes<br>Teammitglied hinter den getroffenen Entscheidungen stehen kann. Der Meinungsaustausch ist<br>dabei sehr intensiv und wird von allen aktiv mitgetragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Welche Herausforderungen begegnen dir in deinem Arbeitsalltag?<\/strong><br>Schwieriger sind Situationen, die pl\u00f6tzlich und unerwartet entstehen, in denen man regelrecht<br>\u00fcberrumpelt wird und erst einmal einen Schritt zur\u00fccktreten muss. Dazu z\u00e4hlt auch die Begleitung<br>in seelischen Notsituationen \u2013 etwa beim Tod von Angeh\u00f6rigen. Ebenso kann es herausfordernd<br>sein, wenn Betreute W\u00fcnsche \u00e4u\u00dfern, die in dem gew\u00fcnschten Ausma\u00df nicht umsetzbar sind.<br>Dann ist es wichtig, gemeinsam eine realistische L\u00f6sung zu finden. Insgesamt sind die<br>Herausforderungen aber gut zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wie gehst du mit emotional belastenden Situationen um, und was hilft dir, Privates und<br>Berufliches zu trennen?<\/strong><br>Wenn mich etwas belastet, nehme ich mich gerne erst einmal aus dem Geschehen heraus und<br>versuche, zur Ruhe zu kommen. Ich habe das gro\u00dfe Gl\u00fcck, sowohl privat als auch in der Schule<br>und auf der Arbeit von tollen Menschen umgeben zu sein, die mich gut auffangen. Man kommt<br>sich nicht bl\u00f6d dabei vor, mal eine Frage zu stellen oder Unterst\u00fctzung einzufordern \u2013 und genau<br>das ist auch das Sch\u00f6ne an diesem Beruf.<br>Mir hilft der soziale Kontakt, aber auch die M\u00f6glichkeit, mich bewusst zur\u00fcckzulehnen und zu<br>wissen: <em>Es ist in Ordnung, wenn ich gerade nicht perfekt funktioniere.<\/em> Au\u00dferdem spielt Musik f\u00fcr<br>mich eine gro\u00dfe Rolle bei der Verarbeitung.<br>Ein weiterer Vorteil: Ich habe einen relativ weiten Arbeitsweg. Das klingt zun\u00e4chst nach einem<br>Nachteil, erm\u00f6glicht mir aber eine nat\u00fcrliche Trennung. Wenn ich zuhause ankomme, ist die Arbeit<br>vorbei \u2013 und wenn ich in der Arbeit bin, ist das Privatleben auf Pause gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wann findest du deine Arbeit besonders sinnvoll?<\/strong><br>Besonders sinnvoll f\u00fchlt sich meine Arbeit in den Momenten an, in denen wir gemeinsam etwas in<br>der Freizeit unternehmen. Oder auch abends, wenn der Tag vorbei ist und wir zusammensitzen, in<br>den Austausch gehen, Spa\u00df haben, miteinander reden und Situationen gemeinsam reflektieren<br>und dar\u00fcber lachen k\u00f6nnen. Diese Momente der echten Begegnung sind es, die den Beruf so<br>wertvoll machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Welche F\u00e4higkeiten sind deiner Meinung nach in diesem Beruf besonders wichtig?<\/strong><br>Zun\u00e4chst einmal ist es wichtig, sich selbst hinterfragen zu k\u00f6nnen \u2013 und ebenso gesellschaftliche<br>Themen kritisch zu reflektieren. Im Arbeitsalltag k\u00f6nnen sich schnell Gewohnheiten oder<br>Dynamiken einschleichen, die vielleicht nicht optimal f\u00fcr alle Beteiligten sind.<br>Dar\u00fcber hinaus ist Empathief\u00e4higkeit essenziell. Manche Situationen werden von den Betreuten<br>nicht explizit angesprochen, aber man sp\u00fcrt sie im Raum. Man muss als Person sehr offen sein,<br>dem Menschen gegen\u00fcber akzeptierend auftreten und im besten Fall auch kontaktfreudig sein \u2013<br>also die Bereitschaft mitbringen, aktiv auf Menschen zuzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Was w\u00fcrdest du Menschen raten, die in diesem Beruf arbeiten m\u00f6chten?<\/strong><br>Da hat meine Kollegin Michelle schon etwas sehr Treffendes gesagt: <em>Probiert es einfach aus \u2013 es macht bestimmt Spa\u00df!<\/em> Einen besseren Rat gibt es meiner Meinung nach nicht. Der Einstieg in die<br>Praxis ist der beste Weg, um herauszufinden, ob dieser Beruf der richtige ist<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magst du dich einmal kurz vorstellen?Mein Name ist Florian, ich bin 28 Jahre alt und befinde mich derzeit in der Ausbildung zumHeilerziehungspfleger. Parallel dazu arbeite ich in einer Einrichtung der Behindertenhilfe auf einerAu\u00dfenwohngruppe, in der ich Menschen mit Behinderung im Alltag begleite und unterst\u00fctze. 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