Normalisierung

Das Prinzip der Normalisierung fordert, dass Menschen mit Behinderung ein Leben führen können, das dem Leben anderer Menschen so weit wie möglich entspricht. Es geht darum, ihre Lebensbedingungen, ihre Umgebung und ihr soziales Umfeld so zu gestalten, dass sie nicht länger in großen, abgeschlossenen Einrichtungen leben müssen, die sie von der Gesellschaft trennen. Durch Normalisierung sollen Menschen mit Behinderung die gleichen Möglichkeiten erhalten wie alle anderen Mitglieder der Gesellschaft.

Auch wenn der Begriff „Normalität“ manchmal missverstanden wird – im Sinne einer Anpassung an eine bestimmte Norm – bedeutet er in Wirklichkeit etwas anderes: Die Gesellschaft soll ihren Umgang mit Behinderung überdenken und verändern. Sie soll Bedingungen schaffen, die ein normales, selbstverständliches Zusammenleben ermöglichen. Dafür müssen Unterstützungsangebote stärker an den individuellen Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet und aus starren, institutionellen Strukturen herausgelöst werden.


Beispiel für Normalisierung:

Anstatt in einem großen Heim zu leben, zieht ein junger Erwachsener mit Behinderung in eine kleine Wohngruppe mitten in der Stadt. Dort kauft er im Supermarkt ein, nutzt den öffentlichen Nahverkehr und hat Nachbarn, zu denen er Kontakt aufbauen kann. Die Unterstützung wird ihm genau dort gegeben, wo er sie braucht – ohne ihn aus dem normalen Leben auszuschließen.