Inklusion

Inklusion bedeutet vollständige und gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen – sowohl in öffentlichen Lebensbereichen als auch im alltäglichen sozialen Miteinander. Ihr Ziel ist es, dass alle Menschen als gleichwertige Mitglieder der Gemeinschaft anerkannt werden. Dabei erhalten sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten der Individuen die gleiche Wertschätzung. Vielfalt und menschliche Unterschiede werden als etwas Normales betrachtet. Menschen müssen sich nicht länger an schwer erreichbare Normen anpassen; stattdessen schafft die Gesellschaft Strukturen, in denen jede Person ihre Fähigkeiten einbringen und auf ihre eigene Weise wertvolle Beiträge leisten kann.

Die Idee der Inklusion ist eine gesellschaftliche Vision, die auf der Anerkennung kultureller Vielfalt und der Gleichheit aller Menschen beruht. Wo Inklusion als sozialpolitisches Konzept gelingt, werden separierende Einrichtungen nicht mehr benötigt. Tatsächlich kann Inklusion in Sondereinrichtungen nicht stattfinden – sie entsteht nur im gemeinsamen Lebensumfeld und im Sozialraum. Eine grundlegende Voraussetzung dafür ist Barrierefreiheit.

In der Praxis bedeutet Inklusion vor allem, alle Hindernisse abzubauen, die Menschen an einer gleichberechtigten Teilhabe hindern. Sie setzt voraus, die Vielfalt menschlichen Lebens als Grundlage jeder pädagogischen Begegnung wertzuschätzen. Außerdem gilt Inklusion als Maßstab für die Qualität der Entwicklung von Einrichtungen und Organisationen. Dazu gehört auch, auf aussondernde oder trennende Maßnahmen zu verzichten.


Beispiel für Inklusion:

Eine Schule gestaltet ihren Unterricht so, dass alle Kinder – mit und ohne Behinderung – gemeinsam lernen können. Materialien werden in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angeboten, die Klassenräume sind barrierefrei, und Lehrkräfte passen Methoden an die Bedürfnisse aller Kinder an. So kann jedes Kind auf seine eigene Weise am Unterricht teilnehmen und seine Stärken einbringen