Magst du dich einmal vorstellen?

Mein Name ist Verena.
Ich bin 20 Jahre alt.
Ich mache eine Ausbildung.
Die Ausbildung heißt:
Heilerziehungs-Pflegerin.
Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
Ich bin im 2. Jahr.
Die Ausbildung ist halb Schule und halb Arbeit.
Ich arbeite in einer Wohn-Gruppe.
Dort betreue ich Menschen mit Behinderung.
 

Wie lange arbeitest du schon in der Behindertenhilfe?

Seit 3 Jahren.

Hast du zuvor schon mal was anderes gearbeitet oder gelernt?

Vorher habe ich nichts anderes gemacht.
Nach der Schule habe ich sofort angefangen zu arbeiten.
Ich war noch nicht volljährig.
Das heißt:
Ich war noch nicht 18 Jahre alt.
In der Behinderten-Hilfe muss man viel Verantwortung übernehmen.
Deshalb muss man mindestens 18 Jahre alt sein.

Deshalb habe ich 2 Jahre lang ein Praktikum gemacht.
Das heißt:
Ich habe gearbeitet,
für weniger Geld
und weniger Verantwortung.
Ich habe an verschiedenen Orten gearbeitet.

Zum Beispiel:
- in einer Wohn-Gruppe
- in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
- in einer Förder-Schule
Mit 18 Jahren habe ich dann die Ausbildung angefangen.

Mit diesem Link geht es zur Caritas Seite, um die Job Vorrausetzung zur/zum Heilerziehungspflerger:in zu erfahren:

https://job.caritas-nah-am-naechsten.de/ausbildung-zum-heilerziehungspfleger

Gab es irgendein Ereignis, das dich auf den Beruf aufmerksam gemacht hat?

Ich wollte immer mit Menschen arbeiten.
Zuerst dachte ich:
Ich werde Kranken-Pflegerin.
Ich habe ein Praktikum im Kranken-Haus gemacht.
Das hat mir nicht gefallen.

Dann habe ich von einer Einrichtung gehört.
Dort leben Menschen mit Behinderung.
Ich habe dort ein Praktikum gemacht.
Das hat mir sehr gut gefallen.
Jetzt weiß ich:
Das ist mein Traumberuf.

Gibt es was, was für dich den Beruf besonders interessant macht?

Ich arbeite mit Menschen zusammen.
Diese Menschen brauchen Hilfe im Alltag.
Ich helfe ihnen gerne.
Die Menschen sind dankbar für meine Hilfe.
Das freut mich sehr.
Ich unterstütze sie dabei selbstständig zu werden.
Wir setzen uns Ziele zusammen.
Dann lernen wir neue Sachen.
Das macht mir Spaß.

Wir machen auch schöne Sachen zusammen:
- schwimmen
- ins Café gehen
- in den Urlaub fahren
Das sind schöne Momente in der Arbeit.

War es für dich die richtige Entscheidung, die Ausbildung zu machen?

Ja, auf alle Fälle.

In meiner Ausbildung lerne ich viel.
Ich lerne über Erziehung.
Ich lerne über Medizin.
Und ich lerne über Pflege.

Das hilft mir bei meiner Arbeit.
Ich arbeite mit Menschen.
Manchmal haben sie Probleme.
Durch meine Ausbildung kann ich ihnen besser helfen.

Auch im Alltag hilft mir das Wissen.
Ich verstehe andere Menschen besser.
Das ist nicht nur bei der Arbeit so.
Das ist auch privat so.

Wie kann man sich den Ablauf der Ausbildung ungefähr vorstellen?

Ich habe nach der Schule 2 Jahre als Praktikantin gearbeitet.
Das war so, weil ich noch nicht voll-jährig war.
In diesen 2 Jahren habe ich im sozialen Bereich gearbeitet.
Sozialer Bereich bedeutet:
Arbeit mit Menschen.
Diese Arbeitserfahrung braucht man für die Ausbildung.
Als ich dann 18 Jahre alt war, konnte ich mit der Ausbildung anfangen. 

Die Ausbildung zur Heil-Erziehungs-Pflegerin dauert 3 Jahre.
Nach 1 Jahr kann man eine Prüfung ablegen.
Wenn man die Prüfung besteht, ist man Heil- Erziehungs-Pflege-Helfer:in.

Wie viel verdient man während der Ausbildung zur/zum Heilerziehungspfleger: in?

Ich erzähle nur von meiner Ausbildung.
Die Ausbildung dauert 41 Stunden in der Woche.
Davon sind 16 Stunden Schul-Zeit.
Für die Schul-Zeit bekomme ich kein Geld.

Ich bekomme Geld für 25 Stunden Arbeit.
Die Arbeit ist in der Wohn-Gruppe.

Ich arbeite im Schicht-Dienst.
Das bedeutet: Ich arbeite zu verschiedenen Zeiten.
Manchmal auch nachts.
Deshalb bekomme ich mehr Geld.
Das nennt man:
Schicht-Zuschlag.
An Feiertagen bekomme ich auch mehr Geld.
Das nennt man:
Feiertags-Zuschlag.
Darum bin ich mit meinem Gehalt zufrieden.
Andere Ausbildungen bekommen oft weniger Geld.

Was erwartet einen im schulischen Alltag der Ausbildung?

Ich gehe 2 Tage in der Woche zur Schule.
In der Schule lernen wir verschiedene Fächer.

Die Fächer sind zum Beispiel:
- Pädagogik
(Pädagogik bedeutet:
Wie man Menschen beim Lernen hilft.)
- Medizin
- Psychiatrie
(Psychiatrie bedeutet:
Wie man Menschen mit psychischen Problemen hilft.)
- Pflege

Wir haben auch praktische Fächer.
Dort planen wir sportliche Angebote.
Diese Angebote machen wir später mit den Menschen.
Diese Menschen betreuen wir.
Manchmal kommen Lehrer zu uns.
Sie besuchen uns an unseren Arbeits-Plätzen.
Dann bereiten wir zusammen mit den Menschen etwas vor.
Wir zeigen den Lehrern unsere Arbeit.
Dafür bekommen wir Noten.
Im 2. Lehr-Jahr machen wir ein Projekt.
Unser Projekt ist ein Blog.
Ein Blog ist eine Internet-Seite mit Texten.
Das Projekt gehört zum Bereich Öffentlichkeits-Arbeit.

Sind die in der Schule vermittelten Themen relevant für den Arbeitsalltag?

Mein Wissen hilft mir bei der Arbeit.
Auch meine Erfahrungen helfen mir.
So wird die Arbeit leichter.

Welche Fächer findest du am interessantesten und warum?

Ich interessiere mich für Pädagogik.
Das bedeutet:
Wie lernen Menschen?
Ich interessiere mich auch für Heil-Pädagogik.
Das bedeutet:
Wie helfen wir Menschen mit Behinderungen?
Und ich interessiere mich für Psychologie.
Das bedeutet:
Wie denken Menschen?
Ich will verstehen.
Warum verhalten sich Menschen so?
Dann kann ich besser helfen.
Und ich kann besser mit ihnen arbeiten.

Pflege-Arbeit ist sehr wichtig.
Man muss die Menschen gut pflegen.
Das bedeutet:
Man hilft den Menschen jeden Tag.
Psychiatrie ist auch wichtig.
Psychiatrie bedeutet:
Behandlung von Menschen mit seelischen Problemen.
Medizin ist auch wichtig.
Das bedeutet:
Wissen über Krankheiten und Heilung.
Man muss den menschlichen Körper verstehen.
Dann kann man Krankheiten erkennen.
Und man kann helfen.
Manchmal muss man auch zum Arzt fahren.
Das ist auch Teil der Pflege-Arbeit.

Psychiatrie ist auch sehr wichtig.
So kann man besser verstehen,
welche psychischen Krankheiten oder Probleme die Menschen haben.
Dann kann man ihnen auch besser helfen.

Hat sich durch deine Ausbildung etwas in deinem Privat oder Arbeitsleben verändert?

Ja.

Die Ausbildung braucht viel Zeit.
Ich habe weniger Freizeit als früher.
Aber ich lerne viele neue Dinge.

ich habe jetzt mehr Wissen.
So kann ich den Menschen, die ich betreue, besser helfen und für sie da sein

Welchen Tipp würdest du Menschen geben, die gerade in der Heilerziehungspflege-Ausbildung sind oder damit beginnen wollen?

An die Menschen, die mit der Ausbildung beginnen oder beginnen wollen:

Es wird anstrengend.
Aber ihr schafft das.
Denkt immer daran, warum ihr die Ausbildung macht:
Ihr wollt Menschen helfen.
Ihr wollt ihnen Freude bringen.
Und ihr wollt ihnen helfen, am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen.

An die Menschen die sich in der Ausbildung befinden:

Durchhalten Leute,
wir schaffen das!

Hast du schon eine Idee, was du nach der Ausbildung machen möchtest?

Vielleicht studiere ich nach meiner Ausbildung.

Mit dem Abschluss der Ausbildung bekomme ich einen Hochschulabschluss.
Der Abschluss heißt:
Bachelor Professional im Sozialwesen.
Damit kann ich mich an einigen Universitäten bewerben.
Zum Beispiel:
- Sozialer Arbeit
- Heilpädagogik  

Vielleicht mache ich das später.
Dann kann ich noch mehr lernen.
Vielleicht arbeite ich später auch im Fachdienst.
Dort kann ich einzelne Menschen mit besonderen Förderprogrammen besser unterstützen.

Was sind für dich die schönen Momente im Alltag eines/einer Heilerziehungspfleger:in?

In meiner Praxisstelle:

Besonders schön sind die Freizeitaktivitäten.
Zum Beispiel:
- Ausflug ins Kino
Aber auch kleine Momente im Alltag sind schön.
Zum Beispiel:
- zusammen lachen

In der Schule:

Ich habe gute Freundschaften gefunden. Wir helfen uns gegenseitig.
Zum Beispiel:
- mit Lernzetteln
- wir hören einander zu
Manchmal treffen wir uns auch in der Freizeit.
Wir gehen zum Beispiel:
- klettern
- zusammen in eine Bar
Der Austausch miteinander ist wichtig.
Das motiviert mich wieder.
 

Ist der Berufsalltag mit viel Stress verbunden und wenn ja, wie gehst du damit um?

Ja.
Der Berufsalltag kann sehr stressig sein.
Viele von uns arbeiten im Schichtdienst.
Deshalb schlafen wir oft zu unterschiedlichen Zeiten.
Dazu kommen noch die Schultage.
Manchmal arbeiten wir 10 bis 12 Tage am Stück.
Das kann sehr anstrengend sein.
Deshalb ist es wichtig,
die Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen.
Die Arbeit soll bei der Arbeit bleiben.
Mir hilft dabei Sport oder Musik.

Machst du mit den Bewohnern viele Ausflüge oder spielt sich der Alltag hauptsächlich auf der Gruppe ab?

Beides.

Ich arbeite als Alltagsbegleitung. Das bedeutet:
Ich helfe nicht nur im Haushalt.
Ich begleite die Menschen auch zum Arzt.
Ich verbringe auch Freizeit mit ihnen.
Wir machen zusammen Dinge und Ausflüge.
So können die Menschen mehr am Leben in der Gesellschaft teilnehmen.
Und wir helfen dabei, Hindernisse zu überwinden.

Hast du in der Arbeit Zeit und Raum, um neue Sachen, die du in der Schule gelernt hast, auszuprobieren?

Teilweise ja.
Es kommt auf den Tag an.
Manchmal stehen Arzttermine oder Einkäufe an.
Auch die Stimmung der Menschen,
die ich betreue, ist wichtig.
Wenn alle entspannt und gut gelaunt sind,
kann man gut etwas für die Schule machen.
An anderen Tagen brauchen manche Menschen mehr Unterstützung für ihre Gefühle.
Dann ist Schule nicht so wichtig.

Zusammenfassung

In der Behinderten-Hilfe sind alle Menschen willkommen.
Wichtig ist ein respektvoller Umgang miteinander.
Man soll freundlich,
einfühlsam und auf Augenhöhe miteinander umgehen.